06. Die Spätborreliose – unklare Symptome, eine Ursache

Informationen zur Spätborreliose: Wenn die Borreliose nicht rechtzeitig behandelt wird, kann es zu einer Erregerpersistenz und damit zu einer chronischen Infektion kommen (Spätmanifestation). Das heißt, die Krankheit kommt immer wieder (rezidiviert) oder verschlechtert sich zunehmend. Monate-, aber auch jahrelange symptomfreie Latenzzeiten mit anschließendem Wiederaufflackern der Erkrankung sind möglich.
Achtung: Die akute Zeckenstichinfektion ist meldepflichtig und wird ausschließlich durch den Arzt z.B. mittels Antibiose behandelt. Auf dieser Homepage ist ausschliesslich von der sogenannten Spätborreliose und deren Symptome die Rede!
Nicht immer weiss man wann, wie oder wo man von einer Zecke gestochen wurde und wann dies war. Wenn Sie folgende Symptome haben, ist eine Laborabklärung im Blutserum mittels Früh-und Spätantikörpern dringlich zu empfehlen:

• Halsschmerzen,
• starke Kopf- und Nackenschmerzen und
• schwere Erschöpfung, chronische Müdigkeit
• Schnupfem und Husten sind gewöhnlich nicht vorhanden, was diese „Grippe“ von anderen grippe-ähnlichen Krankheiten unterscheidet.
• Arthralgien, Gelenkschmerzen, besonders Knie- und Schultergelenke
• Myalgien, unklare Muskelschmerzen, schmerzhafte Druckpunkte
• Brennen, elektroschock ähnliche Empfindung oder gar Taubheitsgefühl
• Prickeln, Jucken oder Krabbelgefühl
• Zittern, Tremor
• Kopfschmerzen
• Schwitzen
• Sehstörung
• Tinnitus
• Gleichgewichtsstörung
• Kurzatmigkeit, Herzklopfen
• Bauschmerzen, Reizdarmsymptome
• Beckenschmerzen
• Häufiger Harndrang
• Selten besteht eine tatsächliche Lähmung der betroffenen Gebiete, was eher auf eine neuro-sensorische als auf eine motorische Erkrankungen schliessen lässt.
Wenn die Borreliose nicht rechtzeitig behandelt wird, kann es zu einer Erregerpersistenz und damit zu einer chronischen Infektion kommen (Spätmanifestation). Das heißt, die Krankheit kommt immer wieder (rezidiviert) oder verschlechtert sich zunehmend. Monate-, aber auch jahrelange symptomfreie Latenzzeiten mit anschließendem Wiederaufflackern der Erkrankung sind möglich. So tritt die Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer (ACA) oft erst nach Jahren auf. Es kann auch zu einer chronischen rezidivierenden Lyme-Arthritis mit vielfältigen Krankheitsbildern kommen oder auch zu einem Befall des zentralen und peripheren Nervensystems (Neuroborreliose) mit Polyneuropathie, Borrelien-Meningitis, Lyme-Enzephalomyelitis oder einer Enzephalitis. Ebenso sind chronische Erkrankungen der Sinnesorgane und der Gelenke und Muskeln möglich. Die chronischen Erkrankungen der Gelenke werden Lyme-Arthritis genannt. Es kann aber auch zu einer entzündlichen Bursitis oder Arthrose kommen. Die unterschiedlichen Erreger scheinen verschiedene Krankheitsbilder auszulösen: Während bei einem Teil der Patienten fast nur die Gelenke betroffen sind, kommt es bei anderen hauptsächlich zu neurologischen Störungen. Daneben gibt es auch eine Gruppe von Patienten, die Herzprobleme meist verbunden mit Gefäßentzündungen haben. Mischformen sind möglich. Viele Borreliose-Patienten klagen über unerträgliche Erschöpfung, rasche Erschöpfbarkeit und chronische Müdigkeit, die sich auch durch ausreichend Schlaf nicht beseitigen lässt. (Quelle:Wikipedia)
Neuroborelliose: US-Leitlinie beschränkt Antibiotika auf 2 Wochen
St. Paul – Die American Academy of Neurology (AAN) erteilt in einer neuen Leitlinie zur Neuroborelliose der langzeitigen Antibiotikatherapie des Post-Lyme-Syndroms eine klare Absage. Es gebe keine Hinweise, dass sich die Beschwerden lindern und die Lebensqualität verbessern lasse, wenn die Patienten länger als zwei Wochen behandelt würden, heißt es in Neurology (2007; doi:10.1212/01.wnl.0000265517.66976.28).
Wenn die durch Zecken übertragene Borelliose im Frühstadium übersehen wird, kommt es in 10 bis 15 Prozent später zur Neuroborelliose. Auch in diesem Stadium kann die Erkrankung noch mit Antibiotika behandelt werden. Dauer, Dosierung, Auswahl des Antibiotikums und die Applikationsform sind jedoch umstritten. Hinzu kommt, dass einige Patienten auch nach dem Abschluss der Therapie noch unter Beschwerden klagen, die als Post-Lyme-Syndrom bezeichnet werden und gelegentlich zur monate-, wenn nicht jahrelangen Antibiotikatherapie verleiten. Die ausführlichen Leitlinien der American Academy of Neurology (AAN) dürften deshalb willkommen sein, zumal sie viele Empfehlungen europäischer Fachgesellschaften, darunter der Deutschen Gesellschaft für Neurologie bestätigt.
(Quelle:http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=28629)
Bei Fragen wenden Sie sich gerne an unser Praxisteam.
Mehr Infos zur Krankheit:Lymenet.de

← zurückweiter →