Darm-Entzündungsmarker

 

Entzündungsmarker

Unsere Diagnostik erfasst die folgenden fünf Entzündungsmarker. Vorteil der fäkalen Entzündungsmarker: die Probengewinnung ist einfach und nicht-invasiv und die Bestimmung ist kostengünstig.

Eosinophiles Protein X

Die Menge an zirkulierendem eosinophilen Protein X (EPX) spiegelt den Entzündungsstatus des Körpers wider. EPX eignet sich zum Nachweis akuter oder chronischer Darmentzündungen

  • zur Differenzierung zwischen Nahrungsmittelallergie und Nahrungsmittelunverträglichkeit
  • zur Prüfung der Wirksamkeit einer Eliminationsdiät
  • zum Nachweis intestinaler Parasitosen.

Eosinophile gehören zu den Leukozyten. Sie treten verstärkt an Entzündungsherden und als Antwort auf Infektionen mit Parasiten auf. Im Cytoplasma der Eosinophilen befinden sich Granula mit positiv geladenen Proteinen. Die Granulaproteine sind basisch und binden an stark saure Farbstoffe. Die besondere Affinität zum rot-orangen Farbstoff Eosin gab den Eosinophilen ihren Namen. Bei der Degranulation geben die Eosinophilen zum Beispiel EPX in das umliegende Gewebe ab. Granulaproteine wie das EPX können Parasiten abtöten, aber auch Gewebeschäden verursachen, die mit entzündlichen Erkrankungen in Zusammenhang stehen.

Eine Aktivierung der Eosinophilen ist bei vielen Entzündungsprozessen zu beobachten. Beispiele sind Bronchialasthma, atopische Dermatitis, Rhinitis, allergische Augenentzündungen, allergische Mittelohrergüsse, Parasiten- und Bakterieninfektionen, Autoimmunerkrankungen und das chronische Müdigkeitssyndrom.

α-1 Antitrypsin

α-1-Antitrypsin (α-1-AT) dient als Marker für Entzündungen und Permeabilitätsstörungen bei:

  • entzündlichen Erkrankungen des Magendarmtrakts
  • Morbus Crohn (Prognose eines Schubs)
  • nekrotisierender Enterokolitis
  • Verdacht auf enterales Eiweißverlustsyndrom
  • Permeabilitätsstörungen der Darmschleimhaut
  • glutensensitiver Enteropathie.

Vor allem die Leber bildet das Protein α-1-Antitrypsin. Es macht bis zu 90 Prozent aller α-1-Globuline aus. α-1-Antitrypsin ist ein Proteaseinhibitor, hemmt also proteolytische Enzyme und verhindert so die Zersetzung des Bluteiweißes. Besonders stark inhibiert α-1-Antitrypsin das Enzym Elastase, mit abnehmender Effektivität aber auch die Enzyme Trypsin, Plasmin, Thrombin und Plasminogen. Als Proteaseinhibitor wird α-1-Antitrypsin selbst nur geringfügig abgebaut und eignet sich deshalb gut als Marker. Bei Entzündungen bildet der Körper verstärkt α-1-Antitrypsin.

Calprotectin

Calprotectin eignet sich zur Diagnostik und Verlaufskontrolle bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Außerdem dient es der Ausschlussdiagnostik beim Reizdarmsyndrom.

Die neutrophilen Granulozyten und die Monozyten bilden das fäkale Calprotectin als Calcium-bindenden Proteinkomplex. Calptrotectin ist ein empfindlicher Marker für entzündliche Darmerkrankungen. In einer Studie zeigte Calprotectin eine Sensitivität von 82% und eine Spezifität von 87% bei der Unterscheidung von Reizdarmsyndrom und entzündlichen Darmerkrankungen.

Einsatzgebiete:

  • akute entzündliche Prozesse in der Abgrenzung von funktionellen Beschwerden
  • Aktivitätsmonitoring bereits bekannter, chronisch-entzündlicher Erkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

 

Lysozym

Die Lysozymwerte im Stuhl sind ein Indikator für das Ausmaß der Leukozyteneinwanderung in das Darmlumen. Colitis ulcerosa- und Morbus Crohn-Patienten haben erhöhte Lysozym-Werte im Stuhl.

Lysozym ist in Neutrophilen, Makrophagen und Paneth-Zellen nachweisbar und kommt in Speichel, Schweiß, Nasensekret und Tränenflüssigkeit vor. Das Enzym spaltet Zuckerketten in der bakteriellen Zellwand und leitet so die Lyse der Bakterienzelle ein. Das Enzym greift allerdings nur grampositive Bakterien wie die Streptokokken und Staphylokokken an, denn bei den gramnegativen Bakterien schützt die äußere Membran die Zuckerketten vor dem Abbau.

Außerdem wirkt Lysozym indirekt bakterizid, da es die Aktivität der Immunantikörper verstärkt. Das Auflösen der Agglutination von Mikroorganismen verbessert die Aufnahme und Vernichtung durch Makrophagen.

 Laktoferrin

Über die Laktoferrinkonzentration im Stuhl lässt sich die Krankheitsaktivität bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) beurteilen. Der Parameter eignet sich außerdem zum Monitoring des Therapieerfolgs bei CED.

Laktoferrin ist ein eisenbindendes Protein in den sekundären Granula der neutrophilen Granulozyten. Es ist damit Teil der angeborenen Immunabwehr an den Schleimhäuten. Bei einer Entzündung schütten die neutrophilen Granulozyten Laktoferrin aus, um Krankheitserreger abzutöten. Durch die Eisenbindung wirkt Laktoferrin antimikrobiell.

Eine Entzündung im Darm lässt die Laktoferrin-Werte im Stuhl ansteigen. Bei nicht-entzündlichen Erkrankungen wie dem Reizdarmsyndrom liegen die Laktoferrin-Werte dagegen im Normbereich.

Einsatzgebiete:

  • akute entzündliche Prozesse in der Abgrenzung von funktionellen Beschwerden
  • akute bakterielle Infekte des Colons
  • Aktivitätsmonitoring bereits bekannter, chronisch-entzündlicher Erkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
  • Tumorsuche in Kombination mit dem Tumormarker M2-PK (Text & Bild Mikroök)

 

 

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